Videomarketing

Videomarketing im Business to Business Commerce

Videos soweit man klickt. Das Netz ist voll davon. Vor allem auf Social Media Plattformen kursieren unzählige  und es werden täglich mehr. Man hat den Eindruck, dass Facebook nur noch aus Memes und Videos besteht. Wenn man hier noch von einem Trend sprechen kann, dann geht dieser eindeutig in Richtung Bewegtbild, aber ein Trend ist das eigentlich schon längst nicht mehr. Audiovisueller Content beherrscht unseren Alltag und das haben viele Händler und Marken auch bereits erkannt und setzen zunehmend auf Videos in der Unternehmenskommunikation. Auch im B2B erkennt man immer mehr die Vorzüge der bewegten Bilder und das aus gutem Grund.

Videos sind einfach zu konsumieren

Menschen stehen auf Videoinhalte, weil sie einfach zu konsumieren sind. Da macht es keinen Unterschied, ob wir von Endverbrauchern, Händlern oder Herstellern sprechen. Gerade im Geschäftsumfeld wird viel gelesen und Lesen wird damit oft auch mit Arbeit verknüpft, während man sich bei einem Video auch einfach mal zurücklehnen, genießen und die Informationen trotzdem oder gerade deswegen aufnehmen kann. Das macht Bewegtbilder im B2B zu einem idealen Kommunikationsmittel, zumal es die verschiedensten Möglichkeiten über Tutorials, Erklärvideos, Produktvideos etc. gibt. Und auch ein Tutorial ist nicht gleich ein Tutorial. Die Spanne reicht auch hier von bierernsten bis humorvollen Clips. Je nachdem, was ich eben damit bezwecken möchte bzw. was zur jeweiligen Unternehmenspositionierung passt.

Eins kann man aber mit Gewissheit sagen: Es gibt unendliche viele Videos in den Weiten des World Wide Webs. Wenn man also selbst Videocontent produzieren möchte, dann sollte es kein 08/15-Material sein, da es sonst genug bessere Inhalte gäbe, denen sich die Rezipienten zuwenden könnten. Hier gilt Klasse statt Masse, sonst ließe sich das Marketing-Budget auch mit Sicherheit sinnvoller einsetzen.

Mit Emotionen zu mehr Nachhaltigkeit

Dank Smartphone und dem Breitbandausbau des mobilen Internets können Videos fast überall und in jeder Lebenslage rezipiert werden. Sie werden schnell in den sozialen Medien gelikt und geteilt, Freunde werden vertaggt und viele Videos teilweise regelrecht abgefeiert. Emotionen sind dabei also ein wichtiger Punkt. Schauen wir einen Spielfilm fiebern wir mit den Protagonisten, leiden mit ihnen und freuen uns am Ende über das Happy End. Und wir teilen diese Emotionen gerne mit anderen. Aber was noch viel entscheidender ist, ist der Effekt, der mit Emotionen erzielt wird. Denn Emotionen sind maßgeblich daran beteiligt, wie wir die Welt wahrnehmen und welche Informationen in unserem Gehirn verankert werden, indem sie entscheiden, was überhaupt für uns wichtig ist.

Wäre dem nicht so, würden wir mit Reizen überflutet werden. Was wir lernen, wird also durch unsere Emotionen unbewusst gesteuert! Dokumentationen machen sich beispielsweise das sogenannte Infotainment schon lange zu Nutze und verpacken Information in Unterhaltung. Mit einer spannenden Geschichte lassen sich die Zuschauer leichter fesseln, als mit dem bloßen Aufzählen von Fakten. Um sich dessen bewusst zu werden, müssen wir nur an viele öde Unterrichtsstunden in der Schule erinnern.

B2B Storytelling via Video

Storytelling ist dabei ein zentraler Ansatzpunkt, um sich dem Thema Videocontent zu nähern. Eine Geschichte kann in vielen kleinen Episoden erzählt werden. Ein bis zwei Minuten pro Folge. Und das kann für B2B Unternehmen auf sehr vielfältige Weise geschehen. Der klassische Imagefilm tritt dabei immer mehr in den Hintergrund, denn der Trend geht dahin, den Rezipienten und nicht die eigene Firma in den Mittelpunkt zu stellen. Das Unternehmen, die Marke spielt nur die Nebenrolle und steht dem Protagonisten als Helfer zur Seite und die Produkte sind die Hilfsmittel, um den Helden zum Ziel zu führen. The Northface macht das auf sehr eindrucksvolle Art und Weise mit seiner kurzen aber sehr leidenschaftlichen Dokumentation über die Rocky Mountain Moto Tour.

Das Thema Abenteuer bietet sich natürlich hervorragend für eine solche Geschichte an, aber hier wurde auch noch eine hervorragende Dramaturgie mit zwei sympathischen Charakteren geschaffen, die den Zuschauer mitreißt und fesselt. Sehnsüchte werden geweckt und man möchte einfach selbst Teil dieser Geschichte sein.

Mit Witz und Humor

Derart aufwendig muss die Produktion von Videos nicht sein. Je nach Einsatzgebiet sind kürze Sequenzen auch besser zu konsumieren. Tutorials und How-to-Videos sind als Kurzvideos im Business to Business sehr sinnvoll einzusetzen. Vor allem komplexe Abläufe lassen sich damit gut verständlich und nachhaltig aufbereiten. Hier kommt es auf das Wie der Präsentation an. Humor, sofern er zur Corporate Identity des Unternehmens passt, ist  ein wunderbares Mittel, um für ein Schmunzeln oder ein herzhaftes Lachen zu sorgen. CRM Anbieter Method macht das mit einer guten Portion Selbstironie und erläutert an einem fingierten Kundengespräch, wie einfach es ist einen neuen Case im Programm zu pflegen.

Eloqua, Spezialist für Marketing Automation, erzählt auf humorvoll heroische Weise die Geschichte von Modern Mark als Cartoon und dessen Weg aus dem dunklen Marketingzeitalter mit der Hilfe der Lösungen von Eloqua in eine erfolgreichere Zukunft. Die Geschichte ist in vier Episoden aufgeteilt und wurde mit einem Trailer geteasert.

Das Video fokussiert sich auf bestimmte Problemfelder einer bestimmen Zielgruppe und das ist elementar wichtig. Ein solcher Clip kann nicht die breite Masse ansprechen und soll er auch nicht. Es muss priorisiert werden, denn alles in ein Filmchen zu packen, funktioniert nicht. Der Fokus sollte auf einer klaren Botschaft liegen, die man als Unternehmen vertreten und kommunizieren möchte. Diese muss dann in ansprechender Art und Weise der Zielgruppe mitgeteilt werden.

Micro-Video-Content mit Snapchat

Im Bereich Micro-Video-Content gewinnt gerade Snapchat zunehmend an Beliebtheit im B2C Marketing, weil sich damit kurze authentische Clips erstellen lassen, die einen Minieinblick hinter die Kulissen und die tägliche Arbeit ermöglichen. Das kann für den B2B vor allem in Sachen Human Ressource und aber auch für die Vermittlung von kurzen Unternehmensbotschaften sehr wertvoll sein, um die Markenbekanntheit und Markenzugehörigkeit zu stärken. Im täglichen Leben gibt es zahlreiche Momente, welche die Menschen gerne sehen und miterleben würden und die sich mit Snapchat bestens einfangen und verbreiten lassen. Man muss hier nicht die volle Transparenz seines Unternehmens zulassen, das könnte vielen Unternehmern eher Bauchschmerzen bereiten. Stattdessen reichen kleine Einblicke in Bereiche, mit denen man sich wohlfühlt, sie auch öffentlich zu zeigen und aus denen sich kurze und prägnante Episoden einer übergeordneten Geschichte erzählen lassen. Da die Inhalte nicht gespeichert werden, ist die Aufmerksamkeit bei Snapchat ungleich höher als bei anderen Kanälen und eine solche Aufmerksamkeit ist im Internet Gold wert!

Wie bei vielen Trends wird wohl auch Snapchat seinen Weg über den B2C in das B2B Marketing finden, sodass es jetzt für B2B Marken an der Zeit wäre, diesen Kanal auf ein möglichen Einsatz im Marketing zu testen und zu schauen, ob die Zielgruppen auf dem Kanal unterwegs sind. Inspiration kann man sich bei den B2C Unternehmen holen, die bereits größere Aufwände in die Plattform gesteckt haben.

Ein ideales Medium für B2B

Videocontent lässt sich also sehr vielfältig einsetzen. Die richtige Strategie, die Positionierung des Unternehmens und das jeweilige Produkt entscheiden, in welcher Form Videomarketing umgesetzt werden kann. Menschen kaufen Produkte und Dienstleistungen in erster Linie, um Probleme zu lösen. Unternehmen sollten sich daher als Problemlöser positionieren und auf Bewegbilder zurückgreifen. Gerade im B2B Umfeld, wo sich geschäftliche Prozesse und Abläufe optimieren lassen, sind Tutorials und Erklärvideos ein ideales Medium, da sich hier einzelne Episoden auf ganz bestimmte Problemstellungen konzentrieren und die Lösungen mit dem jeweiligen Produkt anbieten können. Der Kunde muss sich dann nicht mehr durch unzählige Contentseiten kämpfen und spart nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven. Aber auch kleinere Einblicke hinter die Kulissen können dazu beitragen, das positive Gesamtbild einer Marke zu formen und deren Geschichte zu erzählen.

(Bildquelle: Jag_cz / Shutterstock)

Ralf Theis
Ralf Theis
Ralf Theis ist PR & Marketing Manager bei der Flagbit GmbH & Co. KG. Als studierter Germanist kümmert er sich um das Content Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit sowie Social Media bei Flagbit und ist Organisator des E-Commerce Forums Karlsruhe. Er beschäftigt sich intensiv mit aktuellen E-Commerce Trends sowie innovativen Shopkonzepten und bloggt regelmäßig auf e-commerce-forum.de.

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